zur Startseite
zur Suche

HPV-Impfung bei Jugendlichen

Infektion

Infektion

Humane Papillomaviren (kurz: HPV) gehören zu den sexuell übertragbaren Erregern. Etwa 70 bis 80 Prozent aller sexuell aktiven Frauen und Männer stecken sich im Laufe ihres Lebens mit diesen Viren an. Mehr als 100 verschiedene Typen dieses Erregers sind bekannt. Insbesondere die Hochrisiko-Typen des HP-Virus 16 und 18 können Zellveränderungen verursachen, aus denen sich auch Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann.

HPV wird hauptsächlich auf sexuellem Wege übertragen, wenn Viren auf die Schleimhaut oder geschädigte Hautbereiche des Partners gelangen. Durch feinste unbemerkte Einrisse und Wunden oder bei Entzündung können die Viren eindringen. Ebenfalls sind in seltenen Fällen Schmierinfektionen möglich, beispielsweise über Gegenstände. Auch eine Virusübertragung von der Mutter auf das Kind bei der Geburt ist möglich.

Krankheitsbild

Krankheitsbild

 

Am häufigsten tritt eine Infektion bei jungen Menschen bis zum Alter von 25 Jahren auf. Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je höher die Anzahl der Sexualpartner ist. Aber auch verschiedene andere Bedingungen, wie Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, beispielsweise Chlamydien und Gonorrhoe (Tripper), erhöhen das Risiko einer Infektion mit HP-Viren.

Ungefähr 80 Prozent aller Menschen, die sich mit HPV angesteckt haben, bemerken nichts von ihrer Infektion, weil keine Krankheitszeichen auftreten. Die Infektion heilt nach einiger Zeit von selbst und ohne bleibende Folgen wieder aus. Bei bis zu drei Prozent aller infizierten Frauen verursachen bestimmte HPV-Typen (hauptsächlich HPV 16 und 18, dazu noch etwa 13 weitere Hochrisiko-HPV-Typen) Gebärmutterhalskrebs. Der Gebärmutterhals stellt den Verbindungsteil zwischen der Gebärmutter und der Scheide dar. Diese Erkrankung entwickelt sich nur bei einer chronischen HPV-Infektion über viele Jahre und über mehrere Vorstufen. Wenn die Erkrankung bzw. die Vorstufen im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung rechtzeitig erkannt werden, können sie in der Regel gut behandelt werden.

Impfung

Impfung

Die Impfung gegen HPV für Mädchen und junge Frauen

Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Je nach Alter erfolgt der Aufbau des Impfschutzes mit zwei oder drei Teilimpfungen . Für den bestmöglichen Schutz sollte die Impfung möglichst vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen.

Impfschema (drei Teilimpfungen)

Ab einem Alter von 14 bzw. 15 Jahren (je nach Impfstoff) wird dreimal gegen HPV geimpft. Abhängig vom Impfstoff  erfolgt die zweite Impfung einen bis zweieinhalb Monate (je nach Impfstoff) nach der ersten Impfung. Die letzte Impfdosis wird in der Regel sechs Monate nach der ersten Impfung  gegeben.

Impfschema (zwei Teilimpfungen)

Im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahren (je nach Impfstoff) kann die Impfung mit zwei Impfdosen erfolgen, wenn der empfohlene Abstand korrekt eingehalten wird. D.h. die dritte Impfung wäre dann nicht notwendig. Die zweite Impfung erfolgt in der Regel sechs Monate nach der ersten. Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt informiert Sie über die genauen Abstände zwischen den einzelnen Impfungen.

Die HPV-Impfung ist entsprechend der Empfehlungen der STIKO für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren kostenlos.

Die HPV-Impfung kann von einem Arzt oder einer Ärztin der Kinder- und Jugendmedizin, der Allgemein- oder Inneren Medizin oder in einer gynäkologischen Praxis vorgenommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Bei den Impfstoffen sind in den Zulassungstudien folgende Nebenwirkungen mit den angegebenen Häufigkeiten aufgetreten:

  • Schmerz an der Injektionsstelle (ca. 80 Prozent)

  • Schwellung und Rötung (25 Prozent)

  • Juckreiz (3 Prozent)

  • Fieber (10 Prozent)

Beim Zweifach-Impfstoff werden zusätzlich angegeben:

  • Kopf- oder Muskelschmerzen (über 10 Prozent)

  • Magen-Darm-Beschwerden (1 bis 10 Prozent)

Schwerwiegende Nebenwirkungen treten nur selten auf.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn das Mädchen bzw. die Frau eine schwere, behandlungsbedürftige Erkrankung hat.

Nach der Impfung ist eine Infektion mit anderen HPV-Typen weiter möglich. Deshalb ist es auch für geimpfte Frauen wichtig, regelmäßig zur Krebs-Früherkennungsuntersuchung zu gehen.